Feuerwehr rückte auf Truppenübungsplatz aus
ein Bericht der Nordbayerischen Nachrichten - Eva Böhm
PEGNITZ - Der Ausflug der Feuerwehr Pegnitz bot ihren Mitgliedern, Freunden und Förderern einen interessanten Tag. Sie wurden im Bus von Vorstand Karl-Heinz Glenk begrüßt, die Fahrt ging auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr/Vilseck. Es ist einer der größten Truppenübungsplätze Europas, auf dem scharf geschossen wird.
Schon lange bemühten sich die Feuerwehr-Verantwortlichen, einen Besichtigungstermin zu ermöglichen. Erst durch den Einsatz von Albrecht Heimberg ist es gelungen, eine Einreisegenehmigung zu erhalten. Mit Pressesprecher Franz Zeilmann, der auch für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hatte man einen kompetenten Mann für die Reiseleitung des Tages gewonnen.
Er verstand es hervorragend, die technisch, sachlichen Informationen verständlich an die Besuchergruppe zu vermitteln. Momentan kommen täglich zwischen 200 bis 300 Soldaten aus dem Afghanistan-Krieg zurück, meist nach einjährigem Aufenthalt.
Die „Strykers“ stehen an vorderster Front und sind eine schnelle Einsatzgruppe. Zeilmann erläuterte, dass es im Krieg quasi keine Front mehr gibt, es werden Kinder, schwangere Frauen als menschliche Schutzschilde, quasi als lebende Sprechstoffbomben, missbraucht und eingesetzt, Feindaktionen vor Schulen oder Krankenhäuser inszeniert, um zu provozieren.
Banner an den Häusern
Viele Banner an den Häusern und Straßen begrüßten die „Stryker-Solders“ mit „Welcome home“, die Straßen und Häuser waren zudem mit amerikanischen Wimpeln beflaggt. Derzeit sind 74 Tote aus zwei Irak-, und einem Afghanistan-Krieg zu beklagen, für jeden von ihnen wurde von den Bundesforsten ein Laubbaum gepflanzt.
Überraschung herrschte bei der Gruppe über das blitzsaubere Gelände, das immerhin ein Areal von 234 Quadratkilometern hat und von 200 Kilometern geschotterten Panzerstraßen durchzogen wird. 1910 wurde der Truppenübungsplatz eröffnet, im Dritten Reich erweitert und ausgebaut.
Etwa 11500 Soldaten sind im Gelände, die Hälfte wohnt außerhalb. Es gibt Schulen, Kindergärten, Geschäfte, einen Radio- und Fernsehsender „AFN Bavaria“, zwei Gotteshäuser, die von allen Konfessionen genutzt werden, kleine Flugplätze. Die medizinische Betreuung für ganz Bayern findet in Vilseck statt. Eine große Reha-Einheit ist stationiert, davon gibt es nur drei in Europa. Die „Wiedereingliederung“ der Soldaten, die nach einem Kriegseinsatz nach Hause kommen, ist ein großes Thema.
Truppen aller befreundeten Nationen kommen zum Üben. Zeilmann erläuterte, dass nur noch bei einem Drittel der Übungen mit scharfer Munition geschossen wird. Es gibt Waffen mit Laserfunktion, Farb- oder Gummigeschosse. Einen riesigen Anteil haben auch die virtuellen Übungen, am Computer. Riesige Container mit Simulatoren am Gelände zeigen dies deutlich.
Das Areal mit den vielen Grünflächen steht unter Naturschutz, es gibt sehr viel Rotwild, im vergangenen Jahr wurden 2200 Hirsche erlegt, es gibt sieben Forstreviere. Bereits der frühere Bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß kam häufig zur Jagd an diesen Standort.
Ein Umweltbüro kümmert sich intensiv um die Naturbelange, der Umweltschutz wird groß geschrieben. Etwa 300 bedrohte Tierarten leben im Gelände, in dem vieles der Natur überlassen bleibt. Bei allen Flüsschen, die das Gelände verlassen, wird das Wasser kontrolliert. Innerhalb des Geländes befinden sich 300 Grundwassermessstellen.
Bei der Gründung wurden 3500 Menschen umgesiedelt, 58 Ortschaften eliminiert. Derzeit geht man dazu über, wieder etliche Grundmauern auszugraben, wie beispielsweise in der Ortschaft Hopfenohe. Informationstafeln werden aufgestellt, um den Soldaten die historische Vergangenheit zu erläutern. Aus der abgetragenen Kirche der ehemaligen Ortschaft Haag, wo auf dem Friedhof noch alte Grabstätten zu sehen sind, wurden Steine für den Bau der Pegnitzer Marienkirche verwendet.
Großer Arbeitgeber
Die US-Army beschäftigt in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels etwa 4000 Mitarbeiter, 67 Prozent davon sind Deutsche, 33 Prozent Zivilamerikaner; allein der Bauhof hat 500 Mitarbeiter.
Vom „Bleidornturm“, an dem sich auch Rockstar Elvis verewigt hat, konnte die Gruppe auf das Einschussgebiet blicken, das am schießfreien Samstag still, reglos und schön in der Nachmittagssonne lag. Etwa fünf Bus-Gruppen sind Samstag/Sonntag jeweils auf dem Gelände unterwegs. Die Amerikaner wollen sich nicht abschotten, sie fühlen sich in Deutschland angenommen, die „Welcome home“-Banner sind deswegen auch ehrlich, so Zeilmann, weil die Soldaten hier Heimat gefunden haben.
Natürlich wurde auch eine Feuerwehr besichtigt. Peter Andraschko und Alex Jitschin erläuterten die Fahrzeuge und Geräte der Vilsecker Feuerwehr. Es gibt 15 diensttuende Feuerwehrleute, ein- bis zweitausend Einsätze jährlich, davon 50 bis 60 Waldbrände. Bei der Feuerwehr arbeiten nur Deutsche, sie werden vom Amt für Verteidigungslasten bezahlt.
Ein Fahrzeug mit einer 25 Meter langen Drehleiter mit Wasserpumpe, eine von nur vier Stück in Europa, wird in Kürze gegen eine neue ersetzt, da wird die Drehleiter jedoch 30 Meter hoch sein. Weiter gab es noch ein Flugzeug-Feuerwehrauto zu sehen, das Wasser und Schaum mischen kann. Als Veteran stand ein Löschpanzer M548, 30 Jahre alt, in einer Halle. Glenk bedankte sich bei den Feuerwehrkameraden mit einem „Pegnitzer-Feuerwehrkrug“ für die Führung, die auch für den ehemaligen Pegnitzer Kommandanten Walter Steger interessant war.
Nordbayerische Nachrichten - Eva Böhm
Die Pegnitzer Feuerwehrleute statteten auch ihren Kollegen in Vilseck einen Besuch ab. Es gibt 15 diensttuende Feuerwehrleute. Die Lagerfeuerwehr leistet jhrlich ein- bis zweitausend Einstze, davon 50 bis 60 Waldbrnde
