2000 Dollar für Schuss aus Panzer

Feuerwehr Pegnitz besucht Truppenübungsplatz

ein Bericht der Nordbayerischen Kurier - vk

PEGNITZ/GRAFENWÖHR

„Welcome at home!“Hunderte von bunten Plakaten heißen gerade die Rückkehrer vom Afghanistaneinsatz willkommen (wir berichteten). 4 000 kehren heim, täglich etwa 200, und jeder wird namentlich begrüßt. Einen vielseitigen, hochinteressanten Tag verlebten Freunde und Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Pegnitz in Vilseck und auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

Vorsitzender Karl-Heinz Glenk bewies ein Händchen und lenkte den Trupp gleich zur firebrigade. 15 deutsche Männer sind hier rundum die Uhr im Dienst. Allein am vergangenen Freitag rückte man allein fünfmal aus, erklärt Feuerwehrmann Peter Andraschko. 1200 Einsätze pro Jahr, dazu etwa 60 Waldbrände, registriert man.

Schweres Gerät, mit Wechsellagersystem, für das sich Gerätewart Walter Steger mit seinen Männern besonders interessiert. Und dann rückt für die Pegnitzer extra das Löschfahrzeug aus. Zwei starke Wasserarme zischen über die Gruppe. Die auf 30 Meter ausfahrbare Drehleiter, Löschpanzer und eine vorbildliche Feuerprävention – jeder Raum besitzt eine Sprinkleranlage – beeindrucken die Gäste.

Über das Leben der 30 000 Amerikaner mit Familien, der 4 000 deutschen Angestellten, die auf einem Areal von 234 Quadratkilometer leben und im Einsatz sind, informierte Franz Zeilmann. Der Pressesprecher zeigte die riesigen Wohnsiedlungen, gigantischen Fuhrparks, Geräte, Waffenlager. Er berichtete von Sitten, Traditionen, von modernster Technik, Kriegsführung und viel menschlicher Tragik. So würden 90 Prozent der Toten durch Sprengstoff umkommen.

Natur pur

Lebendig und informativ sind seine Schilderungen. Zeilmann ist ein vorzüglicher Repräsentant der US-Anlagen. Ein echtes Kontrastprogramm: propere Wohnanlagen und auf dem Truppenübungsplatz Natur pur.

Hier in Vilseck stehen ein Wellnesscenter, ein Fitnesshouse mit einer 200-m-Bahn – einzigartig in Bayern – ein Medizin- und Rehazentrum, in dem auch von anderen Standorten Amerikaner behandelt werden. Ein großes Viertel mit Simultananlagen. Schießen, Rangieren auf dem Monitor sind verständlich, wenn man hört, ein Schuss aus einem Panzer koste 500 bis 2 000 Dollar, gar 100 000 Dollar aus dem Flugzeug. Ein Panzer 20 Millionen. Da kommt man ins Rechnen.

Perfekte Infrastruktur

Kirche, Elementar-, Highschool, Kindergarten, Einkaufszentren, Hotels, eine perfekte Infrastruktur. 60 Prozent der Stationierten sind Singles. 1,4 Milliarden wurden die vergangenen fünf Jahre im Wohnungsbau investiert. So sind in Netzaberg seit 2009 insgesamt 840 Wohnungen entstanden. Und dennoch ist der Wohnbedarf zu gering und könnte letztlich Ursache sein, die Armee hier zu reduzieren. Ein Highlight, der hochmoderne Rettungshubschrauber, den die Feuerwehrjugend gleich erobert. Zum Schluss geht es noch zum Bleidornturm mit herrlichem Rundblick ins Truppenübungsgelände, wo sich Elvis einst verewigt hat. All die umweltschützerischen Maßnahmen werden erläutert. Und die versunkene Welt von 58 ehemaligen Dörfern und Weilern wird lebendig. Hier kommen 2 200 Hirsche zum Abschuss und werden 100 000 Festmeter Holz pro Jahr geschlagen, gleichzeitig üben 52 Nationen das Schießen. vk

200 Einstze hat die Feuerwehr auf dem Truppenbungsplatz in Grafenwhr jedes Jahr. Die Pegnitzer Gste waren beeindruckt vom schweren Gert, das dafr zur Verfgung steht. Foto: Vlkl