Ausreißer unter dem Holzstoß

Feuerwehr rettet Hund - Große Bandbreite der Einsätze - Lob für ,Blaulichtszene‘

Ein Bericht der Nordbayerischen Nachrichten

PEGNITZ (vz) - 4000 Stunden Dienst hat die Feuerwehr Pegnitz 2009 geleistet. Insgesamt 60 Unterrichts- und Übungseinheiten wurden absolviert. Es gab über 100 Einsätze, darunter 40 Brände. Vorahnung oder Glück: Die Wehr füllte zusammen mit der Wehr Kirchahorn 360 Sandsäcke und die standen parat, als das Hochwasser in Plech kam.

Kommandant Werner Schiller listete bei der Dienstversammlung im Feuerwehrhaus die Arbeit im vergangenen Jahr auf. Er sprach vom «Tag der offenen Tür», der hätte besser besucht werden können und dankte den vielen Helfern.

Er verwies auf das neue Fahrzeug, das danach innerhalb von 24 Stunden drei Einsätze bei Unfällen hatte, mit Schwerverletzten und Toten. Übungen an der Bartholomäuskirche hätte neue Erkenntnisse gebracht. Es wurden Lehrgänge an Feuerwehrschulen absolviert und im Bereich Atemschutz regelmäßig trainiert. Man habe auch Nachbarwehren unterstützt, etwa in Tagmanns bei Kirchenthumbach oder in Rackersberg bei Pottenstein.

Die Drehleiter sei auch zum Einsatz gekommen, um Patienten schonend aus oberen Stockwerken zu retten, doch «nicht immer waren unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt und nachdenklich fuhren wir zum Standort zurück». Schiller berichtete auch über den Einsatz an der Raststätte. Dort habe sich ein kleiner Hund losgerissen, sei unter einen Holzstoß gekrochen. Rein sei er gekommen, aber raus nicht mehr. Man habe wegen der Nacht alles ausleuchten müssen. «Nachdem der Holzstoß abgetragen war, konnte die Besitzerin ihren kleinen Ausreißer wieder in die Arme schließen.» Auch das «Öffnen von Türen in Notlagen» war gefordert.

2881 Kilometer hätten die Fahrzeuge im vergangenen Jahr zurückgelegt, 125 Sack habe man zur Beseitigung von Ölspuren auf den Straßen verbraucht und 494 Flaschen für den Atemschutz habe man gefüllt. Dank sagte der Kommandant an alle, die - angefangen vom Bürgermeister bis zur Juragruppe - eine freundschaftliche, kollegiale Zusammenarbeit mit der Wehr gepflegt haben und dazu gehöre auch die «Blaulichtszene». Dank sagte er auch an die Partner der Feuerwehrler, die nicht nur Verständnis haben, sondern auch Nachsicht zeigen. Der Dank des Kommandanten galt auch den Unternehmen, die in den meisten Fällen ihre Mitarbeiter zu Noteinsätzen freistellen. Mit dem Stellvertreter Roland Zahn habe es eine gute Zusammenarbeit gegeben.

Millionen für Feuerschutz

Ausführlich war der Bericht von Bürgermeister Manfred Thümmler, dem deutlich anzumerken war, dass er auf «seine Wehr Pegnitz» stolz ist. Er listete auf, was die Stadt in den letzten zehn Jahren für die Feuerwehren ausgegeben hat: Feuerwehrhaus mit 3,9 Millionen Euro in Pegnitz, Ersatzfahrzeug für die Drehleiter (460 000 Euro), ein neues Tanklöschfahrzeug (235 000), ein Löschgruppenfahrzeug (300 000) und ein Mehrzweckfahrzeug (61 000). Insgesamt habe die Stadt 5,3 Millionen ausgegeben. In dieser Summe enthalten seien 370 000 Euro für Unterhalt und Beschaffungen.

Lob gab’s für den Feuerwehrverein, der ein Plasmaschneidegerät beschafft hat, ein «Werkzeug zum Öffnen von Türen samt Anhänger». Thümmler informierte auch über ein neues Fahrzeug mit «Wechselladersystem». Sollte dieses Fahrzeug kommen, würden Gesamtkosten in Höhe von 670 000 Euro anfallen. Das Fahrzeug ersetze drei andere Fahrzeuge, denn per «Abrollsystem» könnte es auf Strahlenschutz, Sonderlöschmittel oder Logistik umgerüstet werden.

Die Staatsregierung scheint hier wegen der möglichen Einsparungen auf der Linie der Pegnitzer zu sein. Eine Chance hat diese Investition nur dann, wenn der Freistaat und der Landkreis eine «qualifizierte Förderung» zusagen, so Thümmler, der auch den Staat in die Pflicht nahm: «Das Ende der Fahnenstange für zusätzliche Förderung der Feuerwehr ist erreicht. Mehr können wir nicht tun, denn mehr kann sich die Stadt nicht mehr leisten».

Es gab auch Ehrungen: Hartmut Zahn hat 25 Jahre Dienst hinter sich, er war als 15-Jähriger bei der Pegnitzer Wehr eingetreten. Ernst Müller wurde vom Feuerwehrverein Bayreuth geehrt und vor allem deshalb, weil er seinen Angestellten immer freistellt, wenn er gebraucht wird. Darüber hinaus sei Ernst Müller im Feuerwehrbeirat der Stadt stets für die Wehr eingetreten. Der Stadtrat war über diese Ehrung mehr als überrascht, denn sie kam vom Feuerwehrverband Landkreis Bayreuth und Kommandant Werner Schiller erhielt das Ehrenkreuz in Silber des Bayerischen Feuerwehrverbandes.