Mehr Mädchen als Jungs dabei
Feuerwehr muss mit immer weniger Leuten mehr leist
PEGNITZ - Kreisbrandrat Hermann Schreck nannte die Pegnitzer Wehr bei der Hauptversammlung nicht nur die größte im Kreis, sie habe vielmehr auch Maßstäbe bei Qualität und Zuverlässigkeit gesetzt. Mehr noch: Sie sei auch Vorbild bei der Jugendarbeit. Aktuell sind sogar mehr Mädchen als Jungs in der Wehr.
Schreck nannte die Ausarbeitung eines neuen Rüstkonzepts als vorrangige Arbeit, gelte es doch, mit immer weniger Leuten immer mehr Aufgaben zu bewältigen. Der Kreisbrandrat: «In einigen Jahren werden wir die Feuerwehr nicht wiedererkennen».
Feuerwehr-Vorsitzender Karlheinz Glenk blendete zurück auf ein ereignisreiches Jahr. Schriftführer Dr. Hanns-Peter Kleißl habe Beziehungen zur Feuerwehr in der Patenstadt Guyancourt geknüpft, die 2008 zu einem ersten Besuch der Gäste führen. Zu einem «Tag der Superlative» für die Wehr sei der Bezirks-Jugendfeuerwehrtag in Pegnitz mit rund 400 Teilnehmern geworden.
350 Stunden geopfert
Jugendwart Hans Glenk berichtete stolz, dass die heimische Nachwuchsgruppe dabei zum dritten Mal in Folge den Sprung unter die «top ten» in Oberfranken geschafft habe. Dank zollte er den Jugendlichen, die im Jahr rund 350 Stunden oder zwei volle Arbeitsmonate bei Ausbildung und Schulungen in der Wehr verbringen, und dies neben Beruf oder Schule. Für die Werbung weiterer Nachwuchskräfte wurden schon neue Plakate entworfen und zahlreiche Ideen entwickelt.
Der Kassenbericht von Wolfgang Brade fiel wieder sehr erfreulich aus, gab es doch im Feuerwehrverein einen Überschuss von rund 2400 Euro, von denen ein Teil zweckgebunden für die Jugendarbeit bestimmt ist.
Lauterbach Schriftführer
Nachdem Schriftführer Dr. Hanns-Peter Kleißl nach fünf Jahren aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten ist, wurde Herbert Lauterbach zunächst für ein Jahr zu seinem Nachfolger gewählt.
In seinem Grußwort bestätigte Bürgermeister Manfred Thümmler die Auffassung der Wehr, dass wegen der vielen Einsätze auf der A 9 eine koordinierte und verstärkte Förderung der ehrenamtlich arbeitenden Hilfsdienste notwendig sei. Auch müsse eine Zusammenführung der verschiedenen Organisationen überlegt werden.
Der Pegnitzer Polizei-Chef Roland Schmitt gratulierte der Wehr zu ihrer Spitzenleistung: «Viele Jugendliche finden heute nicht mehr auf den richtigen Weg. Bei der Feuerwehr allerdings lernen sie fürs Leben und erwerben so die dringend nötige soziale Kompetenz». Eine Belobigung seines Polizeipräsidenten hatte er für den Kommandanten Werner Schiller dabei, der geholfen hatte, einen Einbrecher dingfest zu machen.
Spende zum Dank
Lob erhielt aber auch die Feuerwehr: Nach einem Zimmerbrand in der Fuchshofstraße bedankte sich die Familie von Hans-Joachim mit einer Spende bei den Aktiven für ihren sowohl selbstlosen als auch behutsamen und überlegten Einsatz. -rr-
Ein Bericht der Nordbayerische Nachrichten
