Feuerwehrauto "mehr als ein Spielzeug"
Pegnitzer Polizeichef Schmitt unterstrich Notwendigkeit des 290 000 Euro teuren Fahrzeuges
PEGNITZ (ow) — Die Pegnitzer Feuerwehr ist für die Zukunft bestens gerüstet. Mit der Anschaffung des brandneuen Hilfsleistungs-Löschgruppenfahrzeugs HLF 20/16 verfügt die Wehr nun über das modernste Fahrzeug dieser Art im gesamten Landkreis.
Vertreter aller umliegenden Wehren, Politiker und Gönner der Feuerwehr waren ins Feuerwehr-Zentrum am Dianafelsen gekommen, um bei der offiziellen Schlüsselübergabe dabei zu sein.
Nicht nur den Feuerwehrkameraden war die Freude über das neue Fahrzeug aus dem Hause Ziegler anzusehen, auch Bürgermeister Manfred Thümmler war bester Dinge. Zwar musste man für den Kauf ziemlich tief in die Tasche greifen. Es sei der Stadt aber hoch anzurechnen, Prioritäten zu Gunsten der Sicherheit der Pegnitzer Bürger zu setzen, lobte Landrat Klaus-Günter Dietel.
VRund 290 000 Euro kostete das neue High-Tech-Gefährt, wovon die Stadt Pegnitz den Löwenanteil von 157 500 Euro schultern musste. 35 500 Euro steuerte der Landkreis bei, der Freistaat Bayern beteiligte sich mit 97 000 Euro. Roland Schmitt, Leiter der Pegnitzer Polizeiinspektion, trat auch gleich dem Eindruck entgegen, die Pegnitzer Wehr hätte damit nur ein weiteres „Spielzeug“ zu ihrer Sammlung hinzubekommen, wie in der Bevölkerung oftmals gedankenlos geäußert werde. „Professionelle Feuerwehrleute tun an diesem Fahrzeug Dienst für die Allgemeinheit und retten oft genug Menschenleben, dafür ist keine Investition Zuviel“.
Tatsächlich ist dieses hochmoderne Einsatzfahrzeug mit allem ausgestattet, um den Anforderungen moderner Feuerwehrarbeit gerecht zu werden. Das 205 kW starke und 14,5 Tonnen schwere Fahrzeug ist mit einem 1600 Liter Löschwasser- und einem bis zu 100 Liter fassenden Zweikammerschaumtank ausgerüstet. Hochmodern ist zudem auch die eingebaute, vollautomatische Druckluft-Schaum-Wasser-Zumischanlage.
Mit diesem Gerät könnten die unterschiedlichsten Brandgeschehnisse mit Nass- und Trockenschaum bekämpft werden, erklärte Bürgermeister Thümmler. Hierbei ist der Schaummittelbedarf wesentlich geringer als früher. So können gerade Zimmerbrände ohne größeren Wasserschaden am Gebäude gelöscht werden.
Peter Nestor von der Hersteller-Firma Ziegler nannte noch einige kleine Details. So wurden sämtliche Einzelteile dieses patentierten Gefährts in Deutschland gefertigt, was heimische Arbeitsplätze sichert und die Wirtschaft stärkt. Als Dank für den Auftrag überreichte der Firmenrepräsentant eine kleine Spende an Feuerwehrkommandant Werner Schiller. Neben dem neuen Fahrzeug stand aber auch ein anderes Projekt der Feuerwehr im Mittelpunkt: Der neue Jugendraum. In mühevoller Eigenarbeit schuf sich der Feuerwehrnachwuchs ein mehr als behagliches eigenes Reich auf rund 60 Quadratmetern. Bereits während der Bauzeit des neuen Feuerwehrhauses wurde der Raum als mögliche Nutzfläche erkannt und sofort reagiert.
Noch bevor die Verputzarbeiten durchgeführt wurden, hatten die Feuerwehrler in Eigeninitiative Fensterdurchbrüche ins Mauerwerk geschlagen, Fenster eingebaut und Wasser- und Heizungsanschlüsse gelegt. Dank dieser Weitsicht kann sich die Jugend nun an ihrem eigenen Raum samt kleiner Küche und Internetzugang erfreuen. Mittel in Höhe von 18500 Euro brachte der Feuerwehrverein für den Umbau auf.
Bürgermeister Thümmler übergibt den Autoschlüssel an Werner Schiller, hier mit Landrat und Kirchenvertretern. Foto: ow
Ein Bericht der Nordbayerischen Nachrichten
