Scheunenbrand am 31.01.2005

Scheunen des Anwesens Fuchs zerstört — Drei Kälber und sechs Schweine starben dort

SCHARTHAMMER — Der Alarm traf um 21.35 Uhr bei der Polizei ein: Es brennt in Scharthammer. Aus noch ungeklärter Ursache stand der hölzerne Anbau neben der großen Scheune von Familie Fuchs in Flammen. Dort starben drei Jungrinder, sechs Schweine und einige Stallhasen.

Über 130 Feuerwehrleute verhinderten aber, dass die große Scheune daneben völlig abbrannte. Dort sind der erste Stock und das Dach zerstört. Doch die Rinder und Schweine aus dem Erdgeschoss konnten in Sicherheit gebracht werden.

Mit etwas Widerstand reagierten die Schweine, als sie aus der brennenden Scheune getrieben wurden (links). Rechts die Löscharbeiten: Weil große Heuvorräte lagerten, war Eile geboten. F.: Irene Lenk

Gottlieb Fuchs war an diesem Tag spät von der Arbeit gekommen. Er setzte noch den Pflug vor seinen Radlader und räumte Schnee. Dann stellte er den Lader zurück in die Durchfahrt zwischen Anbau und Scheune.

Seine Frau Ilse kam jetzt heraus, um Streu für eine kleine Katze zu holen. Sie sah beim Anbau Funken fliegen „wie von einer Flex“. Sie telefonierte sofort, allerdings zur Notnummer 1 10. Dort geriet sie in die Warteschleife. Dann fiel der Strom aus. Sie eilte zur Nachbarin. Erst die Notnummer 1 12 ging direkt durch.

Gottlieb Fuchs rannte zum Lader und wollte ihn herausfahren. Aber er war schon zu heiß.

Ein trauriges Bild auch noch am nächsten Morgen: Nur Streben bleiben von der Scheune (l.) Der Stall aus Holz (r.) wurde zum Grab für drei nur wenige Monate alte Kälber und sechs schlachtreife Schweine.

„Unglaublich schnell“

Als die Feuerwehren eintrafen, stand der Stall lichterloh in Flammen: „Das ging unglaublich schnell.“

Ilse und Gottlieb Fuchs sahen die Arbeit von 13 Jahren in dicken Rauchschwaden untergehen. „Wir haben erst letztens gesagt: Jetzt haben wir alles so renoviert, dass es gut ist, dass wir Ruhe haben.“

133 Feuerwehrleute aus Pegnitz, von der KSB, aus Buchau, Kaltenthal, Büchenbach und Trockau legten Schläuche, setzten ihre neuen Tragkraftspritzen an den Bach und nässten die große Scheune so ein, dass innen Ströme von Wasser die Wände herunterliefen. Aber die oberen Geschosse waren voller Heu. Und immer wieder flammte dort das Gras auf — sogar noch am nächsten Morgen, als die zehn Kameraden der nächtlichen Brandwache gingen. Brennende Heubüschel fielen in den Hof, als der Bagger den restlichen Vorrat aus dem Geschoss zog.

In der Nacht setzte die Feuerwehr große Gebläse ein, um den Stall rauchfrei zu bekommen. So konnten die Tiere leicht herausgetrieben werden. Ilse Fuchs ist froh, dass ihre Rinder jedes Jahr bis zum Herbst auf der Weide sind und so das Laufen kennen, auch den Weg hinaus.

Ein Glück ist weiter, dass die Decke dieses Stalls aus Beton ist, so dass das Feuer nicht nach unten übergriff.

Das nahe Wohnhaus blieb unbeschädigt, abgesehen von gesprungenen Scheiben. Die Polizei hatte aber vorsichtshalber die Mutter von Gottlieb Fuchs evakuiert.

Ebenfalls vor Ort war die „Schnelle Einsatzgruppe“ mit einem Zelt, das blitzschnell aufgepumpt war und den Feuerwehrleuten Wärme und Tee bot. Stefan Neukam von der ESG hätte ihnen auch Kartoffelsuppe anbieten können: „Wir haben alles dabei.“ Er hat allerdings einen Wunsch: ein zweites Zelt, weil das eine nicht ausreicht.

Bürgermeister Manfred Thümmler kam am Morgen, um sich ein Bild vom Ausmaß des Schadens zu machen. Die Polizei schätzt ihn auf 150 000 Euro.

Für die Familie Fuchs steht der Nebenerwerb auf dem Spiel: „Unser ganzes Getreide ist verbrannt“, sagt Ilse Fuchs, „das Heu ist kaputt. Und wir können kein Holz mehr machen, weil die Kreissäge verbrannt ist.“

Aber die Eltern und ihre beiden Söhne sind froh, dass niemand verletzt wurde und sowohl Wohnhaus als auch Sägewerk noch stehen. tk


Ein Bericht der Nordbayerischen Nachrichten