Doppelter Einsatz für Pegnitzer Feuerwehren
Stadtmitte: Zwei Feuer in drei Stunden — Brandstiftung im Stadtgraben —
Schwelbrand im neuen Rathaus
PEGNITZ — Doppelter Einsatz für die Pegnitzer Feuerwehren. Erst brannte gegen 11 Uhr eine Garage im Stadtgraben, kurz nach 14 Uhr meldete dann das neue Rathaus Feuer unterm Dach. Allein beim Brand der Garage entstand Sachschaden in Höhe von mindestens 25 000 Euro. Die Polizei geht hier von Brandstiftung aus.
Brand Nummer zwei: Mit vollem Einsatz gingen die Einsatzkräfte am Flachdach des Rathauses zu Werke (l.). Die Drehleiter (r.) konnte zum Glück schnell wieder abrücken.
Dichte Rauschwaden über den Dächern der Innenstadt waren als erste Vorboten des Feuers im Stadtgraben zu sehen. Wenig später trafen die Pegnitzer Wehren am Ort des Geschehens ein. Unterstützung erhielten sie von der KSB-Werksfeuerwehr.
Vermutlich ein Bauschutt-Haufen neben der Garage hatte Feuer gefangen und steckte den Dachaufbau der Garage in Brand. Nicht auszuschließen ist laut Polizei, dass zündelnde Kinder das Feuer verursacht haben. Sie bittet mögliche Zeugen um Hinweise.
In der Garage waren zwei Oldtimer-Cabrios abgestellt. Nur dem schnellen Eingreifen von Manfred Sandner — dem Besitzer eines der Cabrios — ist es zu verdanken, dass beide Fahrzeuge noch aus der Garage und somit der Gefahrenzone gebracht werden konnten. Dabei musste er den zweiten Sportwagen mit seinem eigenen Auto rückwärts aus der Garage schieben. Beide Fahrzeuge wurden durch die entstandene Hitze in arge Mitleidenschaft gezogen.
Erst am Samstag waren neue Mieter in das Haus eingezogen, zu dem die Garage gehört. Glücklicherweise hatte Alfons Deiml von der Stadt noch einen Schlüssel für das Haus und konnte so der Feuerwehr einen schnellen Zugang gewähren, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Die Einsatzkräfte hatten die Lage schnell unter Kontrolle.
Trotz starken Rauchs hatten die Einsatzkräfte die Lage beim Brand einer Garage im Stadtgraben schnell unter Kontrolle (r.). Brandherd: der Bauschutt-Haufen (l.).
Haushohe Wasserfontäne
Kurios am Rande: Als die Feuerwehren bereits wieder abrücken wollten, schoss plötzlich aus einem Unterflurhydranten eine haushohe Wasserfontäne in den Himmel. Minutenlang strömten Tausende Liter Wasser durch den Stadtgraben und verursachten einigen Schaden in einem angrenzenden Wohnhaus. Den Feuerwehrmännern blieb jedoch keine Zeit zum Durchatmen. Einige waren sogar noch unter der Dusche, als der nächste Alarm in der Einsatzzentrale einging. Bei Dachdeckerarbeiten am neuen Rathaus hatten Handwerker plötzlich Rauchentwicklung unter den Schindeln bemerkt. Erste Löschversuche mit Wassereimern und Handfeuerlöschern scheiterten. Vermutlich entzündete sich Dämmmaterial beim Festschweißen von Dachpappe.
Poller hinderten Einsatzkräfte
Die Einsatzkräfte mussten erneut ausrücken. Dabei stießen sie vor dem Rathaus jedoch auf metallene Hindernisse. Eine erste Schlauchverbindung konnte zwar gelegt werden, doch der Drehleiterwagen musste minutenlang auf der Straße warten, ehe Mitarbeiter der Stadt die Absperr-Poller vor dem Rathaus abgeschraubt hatten. Wertvolle Minuten, die im Extremfall über Wohl oder Wehe des Gebäudes hätten entscheiden können, verstrichen.
Brand Nummer zwei: Mit vollem Einsatz gingen die Einsatzkräfte am Flachdach des Rathauses zu Werke (l.). Die Drehleiter (r.) konnte zum Glück schnell wieder abrücken.
Die Drehleiter wurde aber zum Glück nicht gebraucht. Als die Einsatzkräfte am Brandherd ankamen, waberten bereits stinkende Rauchschwaden aus dem Dachgebälk hervor. Mit Wärmebildkamera und Fernthermometer machten die Feuerwehrler die Glutnester aus und entfernten Dachschindeln und Metallverblendungen, um zum schwelenden Dämmmaterial vorzudringen. Dabei mussten sie teilweise auch mit der Kettensäge zu Werke gehen, um an den dicken Holzbalken vorbeizukommen. Bereits im vergangenen Jahr brannte es an gleicher Stelle.
Schrecksekunde für die Feuerwehr: Plötzlich waberten auch auf der anderen Seite des Dachaufbaus Rauchschwaden zwischen den Schindeln hervor.Erste Befürchtungen, das Feuer könnte sich ausbreiten, bestätigten sich jedoch nicht. Durch den Schloteffekt wurde lediglich der Qualm des eigentlichen Brandherdes durchs Dachgebälk gezogen.
Um 15.30 Uhr gab Kommandant Werner Schiller Entwarnung. Die Feuerwehren hatten sämtliches Isolierungsmaterial entfernt und die Lage schnell unter Kontrolle gebracht. Der Geschäftsleitende Beamte Herbert Lauterbach von der Stadt schätzt den Schaden auf rund 10 000 Euro.
Ein Bericht der Nordbayerischen Nachrichten
OLIVER WINKELMAIER (TEXT) UND IRENE LENK (FOTOS)
