Tag der offenen Tür am 20.06.2004
Was trägt ein Feuerwehrmann darunter
ein Bericht der Nordbayerische Nachrichten - von Hans-Jochen Schauer
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PEGNITZ — Wie funktioniert ein Rettungsspreizer? Mit wie viel Druck schießt das Löschwasser aus dem Wasserwerfer? Was trägt ein Feuerwehrmann unter seiner Schutzkleidung, wenn er in Sekundenschnelle zum Einsatz ausrücken muss? Fragen über Fragen, die von den Mitgliedern der Feuerwehr Pegnitz beim gestrigen Tag der offenen Tür geduldig und mit viel Sachkenntnis beantwortet wurden. |
Kommandant Werner Schiller, der die Besuchergruppen durch das Rettungszentrum am Dianafelsen führte, ließ bei der Untendrunterfrage der Fantasie der Gäste freien Raum, denn allzu sehr ins Detail wollte er nicht gehen. Nur so viel verriet er: „Es hat schon die gewagtesten Modenschauen gegeben.“
Nach vier Minuten ausgerückt
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Ansonsten hatte er jede wichtige Zahl parat. Etwa die, dass das erste Feuerwehrfahrzeug nach der Alarmierung bereits nach drei bis vier Minuten ausrückt, was eine Besucherin nicht recht glauben wollte. Schiller: „Glauben Sie mir — es geht.“ Im Minutentakt verlassen die Fahrzeuge die 600 Quadratmeter große Halle, die elf Stellplätze hat. Jedes Fahrzeug hat Strom- und Druckluftanschluss. Und über ein Rohr werden die Abgase direkt vom Auspuff abgesaugt, so dass die Halle nicht mehr dieselgeschwängert ist, bevor es zu den Einsätzen geht. Für diese sind die 50 Aktiven hervorragend ausgerüstet, habe sich die Stadt Pegnitz in den vergangenen Jahren finanziell doch außerordentlich |
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engagiert, so Bürgermeister Manfred Thümmler bei seiner Begrüßung der vielen Besucher. Er dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz.
Dass dies gewürdigt wird, konnte man an der geschätzten Zahl von 3000 Gästen ablesen, die den Tag nutzten, um hinter die Kulissen zu schauen. Walter Steger erläuterte, wie die Schlauchpflege abläuft. Womit früher fünf bis sechs Mann beschäftigt waren, läuft heutzutage größtenteils vollautomatisch ab. Ein Knopfdruck auf das Display, schon kommen die Schläuche aus dem 25-Meter-Turm herunter und werden aufgerollt.
Mutige stiegen in den Korb der 30 Meter langen Drehleiter und ließen sich nach oben hieven: „Ein schönes Gefühl, ich vertraue der Technik“, sagte Georg Lang nach seinem Abstecher in die Lüfte. Oder sie betraten die Nebelkammer, die einen verqualmten Raum darstellte. Dann durften sie durch die Wärmebildkamera blicken und waren beeindruckt: „Ohne Kamera war nichts zu sehen, richtig beängstigend,“ so Heike Jorns. Und ihr Ehemann Matthias fügte hinzu: „Ohne Kamera wäre man verloren.“ Feuerwehrmann Thomas Schell zeigte, wie mit einem Fernthermometer mittels Infrarotstrahl die Temperaturen gemessen werden.
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Stets dicht umlagert waren die zwei Schrottautos, an denen Unfallrettung demonstriert wurde. Zum Einsatz kamen Rettungsspreizer und -zylinder. Wie Butter glitt die Säge durch das Blech. Den Grund erklärte Robert Büttner von der Feuerwehr: „Bei dem Gerät laufen zwei Sägeblätter gegeneinander.“ Viel bestaunt wurde der Wasserwerfer, der mit einem Druck von acht Bar |
2400 Liter Wasser in der Minute auf einen Brandherd prasseln lassen könne, so Feuerwehrmann Werner Aßmann. Daneben hatte die Jugendfeuerwehr eine Station für Kinder aufgebaut, die auf ein „brennendes Häuschen“ Zielspritzen üben durften.
Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Karl-Heinz Glenk, freute sich über das positive Bild in der Öffentlichkeit und über die 50 Helfer, von denen jeder ab 7.30 Uhr voll dabei war — auch etwa 25 Frauen, die rund 30 Kuchen gebacken hatten. HANS-JOCHEN SCHAUER
