Rettung per Leiter

ein Bericht des Nordbayerischen Kurier

Viele Schaulustige bei Alarmübung am Weißen Lamm PEGNITZ
Besonders der Fahrer des Drehleitereinsatzfahrzeuges der Pegnitzer Feuerwehr musste bei einer Alarmübung am Samstagnachmittag wegen der enorm beengten Platzverhältnisse vor dem Gasthaus Weißes Lamm sein Können unter Beweis stellen.
Rechts, wo eigentlich nur das Halten zum Ent- und Beladen erlaubt ist, parkte ein Kleinlaster. Und links vor dem Gasthaus waren die Stellflächen ebenfalls zugeparkt.
Dennoch konnte die insgesamt 30 Meter lange Drehleiter nach kurzem Manöver bis ins zweite Obergeschoss des Gasthauses zur Menschenrettung ausgefahren werden. Beinahe wäre die für 16 Uhr angesetzte Alarmübung, an der rund 60 Feuerwehrleute und als Helfer vor Ort die Rettungskräfte des BRK und der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) teilnahmen, wegen eines schweren Verkehrsunfalls bei Creußen (siehe hierzu Bericht auf Seite 40) ins Wasser gefallen. Der Notarztwagen war bereits von der Hauptstraße abgezogen worden. Da die Einsatzkräfte der Pegnitzer Wehr dann aber nicht gebraucht wurden, konnte die Übung wie geplant über die Bühne gehen. Angenommen wurde ein Brand mit starker Rauchentwicklung im ersten Obergeschoss des Gasthauses, in dem sich nach einer Schulfeier noch zehn Jugendliche befanden. Geflüchtet waren einige der Verletzten bereits in den zweiten Stock. Diese konnten nur noch mit der Drehleiter gerettet werden.

Die weitere Personenrettung erfolgte mit Bergetüchern und Krankentragen über das Treppenhaus im Inneren. Einen weiteren Abschnitt bildeten die Wehren aus Pegnitz und Buchau sowie die KSB-Werksfeuerwehr - letztere auch mit schwerem Atemschutz - mit einem Löschangriff von der Brauhausgasse aus, von der eine Schlauchleitung in die Fichtenohe verlegt worden war.

Ein weiterer Löschangriff erfolgte vom Markt aus über das Treppenhaus des Gasthauses. Unter der Einsatzleitung des Pegnitzer Kommandanten Werner Schiller war zunächst Alarmstufe II (Brand) ausgelöst worden. Rasch konnten zunächst alle zehn zum Teil Schwerverletzten, dargestellt - und stilecht geschminkt - vom Nachwuchs von Feuerwehr und BRK, gerettet werden. Die Sofortversorgung übernahm die elf Mann starke SEG des Roten Kreuzes in einem eilends aufgebauten Versorgungszelt.

Kommandant Schiller zeigte sich nach Ende der Übung voll des Lobes für alle Beteiligten und dankte besonders Wirt Thomas Schlabeck, der sofort bereit war, das Gebäude zur Verfügung zu stellen. Die Übung selbst verfolgten viele Schaulustige am Straßenrand.


Die - stilecht geschminkten - "Verletzten" wurden von den BRK-Einsatzkräften in einem eilends aufgebauten Zelt versorgt. Foto: Weichert

Nordbayerischer Kurier